Yulia Pavlishcheva steht im schwarzen Kleid vor grauem Hintergrund.

Die Fantasie, von der Vernunft verlassen, bringt unmögliche Ungeheuer hervor. Mit ihr vereint ist sie die Mutter der Künste und der Ursprung der Wunder.

Francisco de Goya

Biografie

Lyrischer Koloratursopran

Yulia Pavlishcheva ist eine in Madrid lebende lyrische Koloratursopranistin mit einem Schwerpunkt im Belcanto. Ihr Repertoire umfasst Mozart sowie italienische, französische und russische Opern.

Musikalische Ausbildung

Sie wurde in Taganrog geboren und begann im Alter von vier Jahren mit ihrer musikalischen Ausbildung. Ihre Mutter ist professionelle Pianistin und Chorsängerin. Klassische Musik und Jazz gehörten zum Familienalltag und prägten Yulias Gehör, ihr Rhythmusgefühl und ihren künstlerischen Geschmack. Später setzte sie ihre musikalische Ausbildung in Sankt Petersburg fort.

Ihre Großeltern Valentina und Wladimir Gratschew, beide Verdiente Bildhauer der Sowjetunion, standen für handwerkliches Können und hohe ästhetische Ansprüche. Ihr Großvater war ein enger Freund von Elena Obraztsova und ein direkter Nachfahre der Sankt Petersburger Juweliersdynastie Gratschew, die die Königshöfe von Dänemark und Schweden sowie den russischen Kaiserhof als offizieller Hoflieferant belieferte.

Schon in den ersten Jahren ihrer musikalischen Ausbildung gewann sie Preise bei Wettbewerben.

Von 2015 bis 2023 studierte sie am Staatlichen Konservatorium Sankt Petersburg in der Klasse von Professorin Larisa Andrejewna Schewtschenko. Seit 2023 setzt sie ihre Gesangsausbildung im Privatunterricht bei dem Pianisten und Gesangspädagogen Dale Fundling fort.

Schewtschenkos künstlerische Auffassung prägte Yulias Entwicklung entscheidend. Als bereits etablierte Sängerin entschied sich Schewtschenko, ihre Technik auf der Grundlage des italienischen Belcanto neu aufzubauen. Dabei arbeitete sie Atemführung, Registerausgleich und die Gestaltung des gesungenen Wortes neu aus. Ihr Werdegang wird häufig als seltenes Beispiel für künstlerischen Mut angeführt. Diese Disziplin, stilistische Genauigkeit und interpretatorische Freiheit gab sie an ihre Schülerinnen und Schüler weiter.

Die Arbeit mit Fundling bleibt ein wesentlicher Bestandteil ihrer künstlerischen Entwicklung. Der herausragende Pianist und Gesangspädagoge ist für seine Kenntnis des Gesangsstils und seine musikalische Tiefe weithin anerkannt. Zu seinen bekanntesten Schülern gehören die weltbekannte Mezzosopranistin Elīna Garanča und der Tenor Piotr Beczała. Ihre Laufbahnen stehen für höchste internationale Maßstäbe in Gesangstechnik, Stil und musikalischer Gestaltung.

Oper und Konzert

2019 sang sie die Frau in Poulencs La voix humaine in Sankt Petersburg. 2020 folgte die Partie der Tatjana in Tschaikowskis Eugen Onegin im Taurischen Palais. 2021 sang sie Violetta Valéry in Verdis La traviata am Theater für Musikalische Komödie in Sankt Petersburg.

Beim Vienna Opera Festival 2023 übernahm sie die Partien des Sandmännchens und des Taumännchens in Humperdincks Hänsel und Gretel im Musikverein. Zu ihren Konzertauftritten in diesem Jahr gehörten das Festivalprogramm im Mozarthaus und die Zusammenarbeit mit dem Dirigenten Toby Purser im Musikverein. 2024 trat sie mit der Compañía de Ópera de Madrid in Alicante auf.

Von 2015 bis 2023 sang sie mit dem Orchester Silver Strings unter der Leitung von Alexander Afanasyev. 2017 und 2018 wirkte sie außerdem bei privaten Konzerten mit Solisten des Mariinski-Theaters mit. Ihre Bühnenerfahrung umfasst Opern- und Theaterproduktionen, Soloabende sowie Konzerte mit Sinfonieorchestern und Orchestern mit traditionellen Instrumenten.

Wettbewerbe

2018 gewann sie die Jean Sibelius Opera Competition in Turku, Finnland. Im selben Jahr gewann sie in Sankt Petersburg die Wettbewerbe The Star Rhapsody International Vocal Competition, The Great Silk Road International Competition und Saint Petersburg in the Mirror of World Music Culture. 2020 erreichte sie das Finale des Internationalen B.-T.-Shtokolov-Gesangswettbewerbs in Sankt Petersburg.

Diese Auszeichnungen spiegeln ihre fundierte Ausbildung und klare künstlerische Ausrichtung wider. Sie zeugen auch von der kontinuierlichen professionellen Arbeit, mit der sie eine langfristige Opernlaufbahn aufbaut.

Sprachen

Yulia spricht Russisch, Englisch, Spanisch, Deutsch und Italienisch.

Künstlerische Arbeit

Bei Belcanto, Mozart, französischem Repertoire und russischer Oper legt sie Wert auf stilistische Authentizität, eine klare, ausdrucksvolle musikalische Linie und eine emotional glaubwürdige Darstellung auf der Bühne. Diese Grundsätze gelten für ihre Opern- und Konzertauftritte. Neben der Oper umfasst ihre Erfahrung Schauspielproduktionen, zahlreiche Soloabende und Ensembleprogramme sowie Auftritte mit klassischen Sinfonieorchestern und Ensembles mit traditionellen Volksinstrumenten.